Märkische Allgemeine Zeitung vom 12.06.2009
In Brieselang werden Rohre gespült – Kohlendioxid-Methode erstmals großflächig im Einsatz
Schon jede Menge ASSELN entsorgt
Von Jens Wegener
HAVELLAND Besonders die Brieselanger wird freuen, was Vorsteher Thomas Seelbinder am Mittwochabend in der Verbandsversammlung des Wasser- und Abwasserverbandes Havelland (WAH) in Nauen verkündete: „Die CO2 -Spülungen sind ein voller Erfolg. Es wurden schon jede Menge ASSELN entsorgt.“
Damit das Trinkwasser im Bereich Brieselang von den unangenehmen Wassertierchen (MAZ berichtete) befreit wird, hatte der Zweckverband eine Spezialfirma beauftragt, die die ASSELN mit kohlendioxidangereichertem Wasser aus dem Rohrnetz spült. 40 der insgesamt 60 Kilometer des Brieselanger Trinkwassernetzes werden auf diese Weise gereinigt. Im Schnitt rinnen während der Spülung 30 000 Liter pro Stunde durch die Leitung. Das erfolgt seit Anfang April Straße für Straße. „Die Firma hat etwa die Hälfte des Gebietes geschafft. Wir gehen davon aus, dass die Arbeiten bis Ende Juli abgeschlossen werden“, ergänzte Seelbinder.
Um allerdings dauerhaften Erfolg zu haben und einen erneuten Befall des Trinkwassers mit ASSELN zu erschweren, trifft der WAH weitere Vorkehrungen: Bis 25. Juni werden in Brieselang mehrere Dauerbeobachtungsstellen eingerichtet, von denen aus die Qualität des Wassers geprüft wird. Zusätzlich soll bis zum 15. Juli ein Filter in die Wasserleitung zwischen Brieselang und Zeestow eingebaut werden, der das Abwandern der Tierchen verhindert, so der Vorsteher.
Mittlerweile in Auftrag gegeben sei auch eine Studie, die ermitteln soll, wie die Aufbereitungsstufen an den vier Wasserwerken des Verbandes so verändert werden können, dass weniger organische Stoffe im Wasser verbleiben. Das würde den ASSELN die Nahrungsgrundlage entziehen. Bis August sollen Ergebnisse vorliegen.
Insgesamt 163 000 Euro stehen in diesem Jahr für die Asselbekämpfung bereit. Diese Summe steht im jetzt verabschiedeten Nachtrags-Wirtschaftsplan des Verbandes. Außerdem gab es einige Veränderungen bei den Investitionen. Nicht gebaut werden 2009 die Trink- und Abwasserleitungen im Lilienweg in Ketzin und die Trinkwasserleitung im Semmelweg in Lietzow (weil kein Straßenbau erfolgt). Dafür rücken der Parkring in Paretz sowie in Brieselang der Promenadenweg, die Heinrich-Heine- und die Maxim-Gorki-Straße nach.

CO2-Anlage